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Will ich zu viel – oder zu wenig?
Philosophie Magazin Heft 5 / 2017 erscheint am 13. Juli 

Berlin im Juli 2017 - Jetzt in der Urlaubszeit fragt sich mancher, ob er nicht im Job zu stark unter Druck steht und deshalb besser aufhört, zu viel zu wollen. Aber unsere gesamte Lebensweise beruht auf dem Imperativ des Mehrwollens und führt oft zu einer dauerhaften Selbstüberforderung. Aus beglückender Fülle werden Leere und Angst.  Aber ist nicht gerade die Suche nach mehr Intensität das, was unserem Leben erst Spannung und Sinn gibt?

Dossier
Will ich zu viel – oder zu wenig
Einführung –  von Wolfram Eilenberger
Er schreibt über das Toni-Erdmann-Dilemma: Die These, nach der „weniger im Wollen ein Mehr an Glück ist“, wird sich – solange wir lebendig sind – kaum als dauerhaft wahr erfahren lassen.

„Intensität ist der neue Besitz“ – ein Gespräch mit Tristan Garcia
Die Intensivierung der eigenen Erfahrung ist das eigentliche Lebensziel des modernen Menschen. Der französische Philosoph erklärt das anhand elektrischer Küsse und der paradoxen Struktur unseres Empfindens.
Zitat:
„Was wir erhoffen können, ist nicht etwas anderes, sondern mehr von demselben – durch sportliche Leistung, Glücksspiele, Alkohol, Sexualität oder die Fortschrittsidee.“

Wir wollen mehr – aber wovon?  – von Nils Markwardt
Ratgeber empfehlen heute zwei Dinge: schneller, effizienter und erfolgreicher oder aber bewusster, gelassener und achtsamer zu leben. Doch betrifft die Frage nach mehr oder weniger oft gar nicht den Einzelnen, sondern die ganze Gesellschaft – gerade in den zentralen Bereichen des Konsums, der Arbeit oder der Demokratie. Der Autor spricht mit Frank Trentmann, Oliver Nachtwey und Patrizia Nanz.

 „Authentisch handelt, wer sich mit seinen Wünschen identifiziert“
Gespräch mit Beate Rössler
Zitat:
„So wie die Arbeitswelt momentan strukturiert ist, können bestimmte Rollen gleichzeitig nicht vollständig ausgefüllt werden.“ 

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Weitere Themen

Rechts vom System – von Philipp Felsch
über Jahrzehnte lag das revolutionäre Potenzial links. Mittlerweile ist es eher im Lager der Rechtspopulisten zu vermuten. Der Sturz des Systems wird hier im Namen einer „Konservativen Revolution“ und eines „Willens zur Selbstbehauptung“ gefordert. Aus welchen geistigen Quellen schöpfen die Vordenker der Neuen Rechten?
Zitat:
„Neben allen psychologischen und biografischen Dispositionen mag es dafür auch eine philosophische Erklärung geben, nämlich das Erbe oder besser: die Schwundstufe des pessimistischen Menschenbilds. Es muss schwer sein, unter Bedingungen modernen Zusammenlebens an der Nichtswürdigkeit des Homo sapiens festzuhalten.“

„Empathie hat perverse Effekte“ – Emmanuel Carrère im großen Gespräch
Das Werk des großen französischen Schriftstellers Emmanuel Carrère changiert zwischen Roman, Autobiografie und philosophischer Meditation. Ein Gespräch über die Hölle der Ironie, russischen Wahnsinn und das Reich Gottes in unserer Mitte.
Zitat:
„In Russland ist alles übersteigert. Die Leute sind versoffen, sentimental, unberechenbar, als ob alles, was in den Bereich des Menschlichen fiele, eine Stufe höher stünde. Es ist auch der Ort der Manipulation des Realen durch die Propaganda und eines der radikalsten Experimente, die man an der Menschheit durchgeführt hat.“ 

Die Geduld des Leoparden – von Baptiste Morizot
Der Philosoph hat sich in der Bergwelt Kirgistans auf die Suche nach dem Schneeleoparden gemacht. Während er den Fährten des „Phantoms der Berge“ nachspürte, erfuhr er eine erhabene Geduld in sich, zu der wir Menschen genau wie die großen Raubtiere imstande sind.
Zitat:
„Nur der westliche Denker ist verrückt genug zu glauben, dass die Weisheit darin bestehe, sich vom Tier in ihm zu entfernen.“

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Kurz und aktuell:

Der Weltgeist muss verrückt sein! – von Philipp Felsch
In Großbritannien wie in den USA gewinnt der Isolationismus die Oberhand. Deutschland und Frankreich hingegen treten für Pragmatismus ein. Erleben wir einen globalen Rollentausch?

Anschlagsangst essen Freiheit auf? – von Catherine Newmark
Zitat:
„Im stoischen Rückzug ins Innen- und Privatleben liegt auch eine gefährlich apolitische Tendenz. Wenn wir aufhören, im Sinne Hannah Arendts als Bürger leidenschaftlich für die Sache der Vernunft und des guten Gemeinwesens einzutreten, geben wir genau das auf, was wir in liberalen Demokratien errungen haben.“ 

„Der Ballermann ist ein Epizentrum menschlicher Kultur“ Interview mit Sacha Szabo - 
Der Soziologe erläutert, welche Sehnsüchte der Ort erfüllt und weshalb dem Mythos mittlerweile die Zerstörung droht 

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Der Klassiker:

Thoreau und der amerikanische TRAUM – von Cord Riechelmann

 

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Sabine Schaub, Schwindkommunikation, Knesebeckstr. 96, D-10623 Berlin, Tel: +49 – 030 31 99 83 20 s.schaub@nullschwindkommunikation.de