James Noël gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker Haitis. Seine Gedichte haben viele Gesichter, die von Hymnen auf die Schönheit bis zu katastrophalen Momentaufnahmen reichen. Im Juni erscheint erstmals im Litradukt Verlag in deutscher Sprache ein Gedichtband mit einer Auswahl seiner Gedichte. Im Rahmen einer Lesereise stellt James Noël sein Werk vor.

Wann: Samstag, 2. Juni 2018, 11.00 Uhr

Wo: Institut Français, Contrescarpe 19, 28203 Bremen

Der Gedichtband
Er birgt Hymnen auf die Schönheit, erstaunliche – schwankende, fröstelnde, parodische – Notizen eines Flaneurs der nomadischen Globalisierung. Dazu kommen intime Diatriben sowie prophetische Wortgefechte gegen Mauern und andere Skandale der Unfreiheit. Die für die erste Veröffentlichung Noëls in deutscher Sprache zusammengestellten Gedichte und Prosapoem-Ausschnitte haben viele Gesichter. Es ist darin die Rede vom Großen Bären, der im „irren Firmament“ über der Stadt haust, vom „Hintern Gottes“, an dem sich aus Müll erbaute Wolkenkratzer versuchen, vom „Zeugenauge des Zyklons“ und anderen katastrophalen Ansichten. Und nicht zuletzt blitzt aus diesem Gedichtband das Antlitz des Löwen hervor.

Der Autor
James Noël, geboren 1978 in Hinche, Haiti gehört zu den bekanntesten und bedeutendsten Gegenwartslyrikern Haitis. Sein kreolisches Gedicht „Bon nouvél“  (Die gute Nachricht), vertont von Wooly Saint-Louis Jean, machte ihn schlagartig berühmt. James Noël, der nach eigener Aussage schreibt, um „seinen Körper von Wortlast zu befreien, um leicht wie Papier zu werden“, ist Autor von über zehn Büchern in kreolischer und französischer Sprache, darunter die Gedichtbände Poèmes à double tranchant (Paris, Farandole, 2005), Le sang visible du vitrier (Montreal, CIDIHCA, 2007) und Le pyromane adolescent (Montreal, Mémoire d’Encrier, 2013) sowie der Roman Belle Merveille (Honfleur, Zulma, 2017). Im Januar 2018 wandte er sich in einem vielbeachteten offenen Brief an Donald Trump, nachdem dieser unter anderem Haiti als „Dreckloch“ bezeichnet hatte.
James Noël war Stipendiat der Villa Medici in Rom, wo sein Prosagedicht „La migration des murs“ entstand, und wurde unter anderem mit dem Prix de Poésie des Ecrivains Français d’Amérique ausgezeichnet.

 

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